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VUH (2001)

für Solo-Percussion, Bläserorchester und 3 Schlagzeuger

„Vuh“ basiert vor allem auf zwei Aspekten: Der grundsätzliche Ausdruck während des gesamtes Stücks impliziert eine gewisse „gespannte Unruhe“, die jedoch nicht im Sinne einer dramatisch gerichteten Entwicklung zu verstehen ist. Weiterhin liegt eine Art „Spiel“ zwischen verschiedenen - für sich jeweils sehr selbständigen - musikalischen Elementen zugrunde, die untereinander fortwährend verschiedene Beziehungsverhältnisse einnehmen.

 

Die „gespannte Unruhe“ bildet gleichsam den Hintergrund dieser unterschiedlichen Beziehungen der musikalischen Gestalten, die man - falls man es will - stellvertretend für bestimmte Personen und ihre zwischenmenschlichen Kommunikationsformen auffassen kann. Dabei geht es jedoch mehr um die Wesenshaftigkeit dieser Beziehungen auf einer relativ abstrakten Ebene als um ein vordergründiges Programm.

Dementsprechend ist auch die Rolle des Solisten nicht im Sinne eines Solos mit Begleitung zu verstehen, sondern als ein andauerndes interaktives Agieren a) für sich, b) mit und c) gegen die anderen „musikalischen Individuen“. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass jene anderen „musikalischen Individuen“ durch ihre ausschließlich musikimmanente Charakteristik nicht direkt mit einem/r Spieler/in korrelieren, sondern nur sich selbst als musikalisches Material repräsentieren. Beim Solisten hingegen sind Material und seine eigene Persönlichkeit eng miteinander verbunden, und Letztere kann sich somit signifikant auf die Ausgestaltung des Werks auswirken. Dazu ist zum Beispiel das Solo-Schlagzeug an vielen Stellen ohne Dynamik notiert. Der Solist ist somit aufgefordert, seine Position zu den anderen „musikalischen Individuen“ selbst zu bestimmen. Das Stück kann theoretisch, als ein Extrem, eine eher traditionelle Konzertform annehmen. Das andere Extrem wäre die völlig Unter- oder Einordnung des Solisten. Die jeweilige Entscheidung (die sich im Werk mehrmals verändern kann) liegt ausschliesslich beim Solisten selbst. Der Dirigent hat dies gegebenenfalls zu berücksichtigen.

Der Titel „Vuh“ bezieht sich im übrigen auf eine persönliche Erinnerung, eine genauere Erklärung würde jedoch in keiner Weise zum Verständnis des Stücks beitragen.

 

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